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Wie viele Stunden darf oder muss ich in einem Startup Praktikum arbeiten?

Wie viele Stunden darf oder muss ich in einem Startup Praktikum arbeiten?

Die kurze Antwort: Meistens 40 Stunden – aber die Realität ist flexibler

Wenn du ein Startup-Praktikum machst, wird dir fast immer eine klassische Vollzeitstelle angeboten – also irgendwas zwischen 35 und 40 Stunden pro Woche. So stand es auch in meinem ersten Vertrag. Klingt erstmal nach einem ganz normalen 9-to-5-Job.

In der Praxis sah das aber anders aus. Manche Tage waren entspannt und ich bin früher gegangen, an anderen Tagen saß ich bis 19 oder 20 Uhr im Büro, weil gerade ein Projekt fertig werden musste. Das ist ziemlich typisch für Startups: Weniger starre Regeln, dafür mehr Schwankungen.

Was rechtlich gilt: Es gibt klare Grenzen

Auch wenn sich Startups gerne locker geben – rechtlich gibt es klare Vorgaben. In Deutschland gilt das Arbeitszeitgesetz. Das bedeutet: Du darfst grundsätzlich nicht mehr als 8 Stunden pro Tag arbeiten. In Ausnahmefällen sind bis zu 10 Stunden möglich, wenn das später wieder ausgeglichen wird.

Wichtig: Das gilt auch für Praktikanten, egal ob Pflicht- oder freiwilliges Praktikum. Du bist also nicht rechtlos, nur weil du „nur Praktikant“ bist.

Wenn du unter 18 bist, gelten sogar strengere Regeln (z. B. maximal 8 Stunden täglich und keine Nachtarbeit). Das hatte ich selbst nicht, aber einige Freunde von mir mussten sich daran halten.

Pflichtpraktikum vs. freiwillig: Wo liegt der Unterschied?

Vom Stundenumfang her gibt es erstmal keinen riesigen Unterschied. Beide sind meistens als Vollzeit angesetzt. Der Unterschied liegt eher darin, wie streng das Ganze gehandhabt wird.

Beim Pflichtpraktikum hatte ich das Gefühl, dass vieles lockerer gesehen wurde. Wenn ich mal früher gehen musste oder einen Uni-Termin hatte, war das meistens kein Problem. Dafür gab es aber auch weniger klare Strukturen.

Beim freiwilligen Praktikum war es deutlich „jobmäßiger“. Feste Zeiten, klare Erwartungen und weniger Spielraum. Dafür wurde ich aber auch mehr wie ein normaler Mitarbeiter behandelt.

Überstunden im Startup: Die ehrliche Realität

Jetzt kommt der Teil, den dir nicht jeder so offen sagt: Überstunden passieren. Nicht jeden Tag, aber regelmäßig – vor allem, wenn Deadlines anstehen oder das Team gerade unter Druck ist.

In meinem ersten Praktikum habe ich das einfach mitgemacht, weil ich motiviert war und dazugehören wollte. Rückblickend würde ich sagen: Das ist okay, solange es die Ausnahme bleibt und du auch etwas zurückbekommst (Lernen, Verantwortung, Vertrauen).

Was du nicht akzeptieren solltest: Dauerhafte 50+ Stunden Wochen ohne Ausgleich. Das bringt dir langfristig nichts und ist auch rechtlich problematisch.

Mein wichtigster Tipp aus der Praxis

Klär die Arbeitszeiten so früh wie möglich – am besten schon im Vorstellungsgespräch. Frag konkret: „Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?“ oder „Wie geht ihr mit Überstunden um?“

Die Antwort sagt dir oft mehr über das Startup als jede Hochglanz-Karriereseite. Wenn da nur ausweichende Antworten kommen, weißt du meistens schon, woran du bist.

Und ganz ehrlich: Ein gutes Startup respektiert deine Zeit. Du bist da, um zu lernen und mitzuarbeiten – nicht, um dauerhaft am Limit zu laufen.